Internationaler Wettbewerb

Österreich ist lange nicht mehr allein im Wettbewerb um internationale Firmenzentralen, die den osteuropäischen Markt bedienen wollen. Längst ist Wien in anderen Städten Konkurrenz erwachsen. Prag und Budapest, aber auch Bratislava, buhlen teilweise erfolgreich um die Gunst der multinationalen Unternehmen. Für sie müssen wir in Wien die besten Infrastrukturbedingungen schaffen. Dass wir eine lebenswerte und international viel beneidete Stadt haben, ist klar. Zur Lebensqualität gehört aber auch die internationale Anbindung. Und hier garantiert der Wiener Flughafen noch immer beste Bedingungen.

Doch die Gefahr, diesen Status zu verlieren, ist real: Weil der Flughafen bereits an seiner Kapazitätsgrenze angelangt ist und der Ausbau noch keineswegs gesichert ist, drohen Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz. Neben Wien buhlen andere Flughäfen um die attraktiven Flugverbindungen in den Osten Europas, oder auch in den arabischen Raum. Wien steht in starker Konkurrenz zu München, Prag, Berlin oder Zürich.

Daher ist es unabdingbar, dass der Flughafen seine Kapazitäten ausbaut. Denn wenn die Nachfrage am Wiener Markt nicht befriedigt werden kann, suchen sich die Kunden andere Möglichkeiten auf anderen Flughäfen. Das gilt es aus österreichischer Sicht zu verhindern.

Immer wieder ist in den vergangenen Jahren auch die Idee aufgetaucht, ein Kombinationsangebot der Flughäfen Wien und Bratislava zu basteln. Vormalige Minister träumten gar von einer superschnellen Donauverbindung zwischen den beiden Flughäfen. Die Initiative „Zukunft Flughafen“ ist zwar nicht gegen eine enge Kooperation mit dem Flughafen Bratislava, ein Ersatz für den Ausbau des Wiener Flughafens kann das aber ganz sicher nicht sein.

Abgesehen davon, dass der Flughafen Bratislava selbst massiv ausgebaut werden müsste, sprechen andere Fakten gegen das Modell von Zwillings-Flughäfen. Einer der größten Pluspunkte, den das Drehkreuz Wien derzeit hat, ist seine im internationalen Vergleich phänomenale Umstiegszeit von nur 25 Minuten. Wer einmal in Paris-Charles de Gaulle oder London-Heathrow einen Anschlussflug erreichen wollte, weiß, wovon die Rede ist. Es ist ein Faktum, dass kein bedeutender Flughafen diese Wiener Rekordzeit erreicht.

Das sollte Wien nicht aufs Spiel setzen und eine Vervielfachung der Umsteigezeiten mit der Einbindung Bratislavas zulassen. Die Priorität muss der Ausbau in Wien sein.