Die Parallelpiste (3. Piste)

Die Lage der geplanten 3. Piste am Wiener Flughafen ist keineswegs ein „Diktat von oben“, sondern das Ergebnis langer Diskussionen im Mediationsverfahren mit Anrainergemeinden und Bürgerinitiativen. Der beste Kompromiss ist es geworden: Wird das Projekt verwirklicht, wird die 3. Piste, die Parallelpiste 11R/29L, knapp zweieinhalb Kilometer südlich der vorhandenen Piste 11/29 liegen (siehe Schaubild).

Fast vier Kilometer lang wird sie sein, die Bauzeit soll etwa dreieinhalb Jahre betragen und wird ein gewaltiges Auftragsvolumen für die Unternehmen in der Ostregion bringen. Dem Flughafen steht also ein Mega-Bauprojekt ins Haus.Voraussetzung für die Umsetzung istdie Rechtskraft des im Juli 2012 ergangenen positiven Bescheides Bescheid in der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

Durch die wieder stark steigende Passagiernachfrage ist die Pistenkapazitsgrenze fast erreicht.

Ein baldiger Baubeginn bedeutet auch eine große Chance auf einen weiteren Arbeitsplatz-Schub - nicht nur im Baubetrieb sondern auch für die gesamte Wirtschaft. Dazu gibt es eine einfache Formel: Eine Million zusätzliche Fluggäste bringt dem Standort 1.000 Jobs.

Warum ist die Kapazitätsgrenze erreicht?

Dabei ist die öffentliche Diskussion um eine „3. Piste“ eigentlich verfehlt. Denn der Flughafen hat heute maximal 1,6 Pisten zur Verfügung. Der Grund: Die bestehenden Pisten kreuzen sich, können also nie voll genutzt werden. Deshalb ist es richtiger, von einer „Parallelpiste“ zu sprechen. Erst diese ermöglicht eine bessere Auslastung. Wird die Parallelpiste nicht gebaut, bedeutet das einen massiven Wettbewerbsnachteil für Wien. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen ist es heute für die Flughäfen europäischer Metropolen nämlich Standard, über mindestens zwei Parallelpisten zu verfügen.

10.000 Arbeitsplätze mehr

Berechnungen des Flughafens machen den Unterschied deutlich: Wird das Projekt Parallelpiste verwirklicht, könnte es am Flughafen in gut zehn Jahren 32.500 Arbeitsplätze geben. Wird das Projekt verhindert, darf die Ostregion mit nur 23.000 Beschäftigten rechnen. Ob es angesichts der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt angesagt ist, auf 10.000 Jobs zu verzichten, sei dahingestellt.